Faszientraining – der neue Hype

Kein Medienkanal, an dem es nicht breitgetreten wird, DAS gegenwärtige Thema in der Fitnessbranche schlechthin: FASZIENTRAINING

Doch was ist das eigentlich? Was sind Faszien?
Eine Frage, mit welcher ich mehrmals täglich konfrontiert werde.

Faszientraining | Michaela Redmann | Personal Training

Also beginne ich von vorne: um was handelt es sich bei der Faszie?
Ist eigentlich recht einfach: Fasziengewebe zählt zu Bindegewebe. Ein universeller Baustoff, welcher den ganzen Körper durchzieht. Er umgibt Organe und verleiht uns respektive unserer Muskulatur Form und Struktur. Die Faszien ermöglichen beispielsweise geschmeidige Bewegungen, versorgen den Muskel mit allen wichtigen Nährstoffen und trennen die einzelnen Muskeln voneinander.
Sie gelten mittlerweile als eines der wichtigsten Sinnesorgane unseres Körpers!
Sicherlich hat jeder von Euch schon einmal eine Hähnchenbrust in den Händen gehalten, welche mit einer silbrigen, dünnen Haut umgeben war!?

Genau, das ist eine Faszie.

Im Übrigen: Sehnen und Sehnenscheiden zählen auch zu Fasziengewebe.

Neueste Erkenntnisse der Wissenschaft belegen:

  • Muskelkater entsteht hauptsächlich in den Faszien
  • Sportverletzungen sind größtenteils Verletzungen im Fasziengewebe und NICHT muskulär begründet
  • Und ganz besonders interessant: Rückenschmerzen - DIE Volkskrankheit schlechthin - sind in den wenigsten Fällen Bandscheiben- oder Wirbelverletzungen geschuldet. Verklebte und dadurch verhärtete Faszien führen über Umwege (Schonhaltungen) schlussendlich zu diesen unangenehmen Schmerzen.

Also nochmal kurz zusammenfassend die Aufgaben und Funktionen:

  • FORMEN - sie umhüllen, formen und schützen die Muskulatur
  • BEWEGEN - sie übertragen Kraft und halten Spannung
  • VERSORGEN - sie sind zuständig für einen gut funktionierenden Stoffwechsel (Flüssigkeitstransport, Ableitung der Lymphe)
  • KOMMUNIZIEREN - sie leiten Nervenreize weiter

Ihr seht, ist die Faszie nicht voll einsatzbereit, wird es mit dem Rest schwierig...

Also kümmern wir uns um sie!
Das Schöne: es ist in jedes normale Workout leicht integrierbar und man kann (bzw. sollte!) es zu Hause separat täglich einplanen. Mit gerade mal 10-15 Minuten täglicher Stimulation erreicht man sehr sehr viel.
In der Arbeit mit Kunden konnte ich innerhalb kürzester Zeit schon eklatante positive Veränderungen feststellen. Kritische Körperpartien wurden schnell schmerzfreier, die Beweglichkeit konnte stark verbessert werden!

Denn gut trainierte Faszien geben all das:

  • mehr Kraft
  • eine straffere Körperform und -haltung
  • bessere Leistung und Ausdauer
  • mehr Beweglichkeit und damit Wohlbefinden
  • mehr Sicherheit in Bewegungsabläufen und Koordination
  • befreien von Steifigkeit und demzufolge Schmerzen im Alltag
  • verkürzen die Regenerationszeit
  • dienen als unverzichtbarer Wasserspeicher im Körper und sind daher ein wichtiger Teil der Abwehrfunktion des Körpers!

Jetzt die Überleitung zur operativen Seite. Das Training selbst.

Klar, die Rolle(n) kennt mittlerweile jeder. Schon Aldi, Lidl & Co. haben sie im Angebot. Es muss hier wirklich nicht immer das Original sein. Obschon bei häufigem Einsatz der Unterschied bemerkbar wird.

Es geht jetzt in erster Linie darum, Verhärtungen zu lösen. Diese können punktuell sein (kleine Knötchen) oder aber auch ein ganzer Muskelstrang kann "steinhart" sein.
Verhärtungen entstehen durch entweder zu viel oder zu wenig Bewegung. Der Lymphfluss wird gestört und der Austausch von alter zu frischer Lymphe erfolgt nicht mehr. Ergo: die Faszie "verklebt".

Kurzer Exkurs:
In der Lymphe wird u.a. ein Blutgerinnungsfaktor, das Fibrinogen, transportiert, was normalerweise in gelöster Form vorliegt. Bei einem Lymphstau reichert sich das Fibrinogen im Gewebe an und wird dort zu Fibrin abgebaut. Fibrin wirkt wie ein körpereigener "Klebstoff", dessen Aufgabe normalerweise das Verschliessen von Wunden ist. Nachdem aber keine Wunde vorhanden ist, verschliesst es das um sich liegende Gewebe, die Faszie.

Durch das klassische "Ausrollen" presst man im wahrsten Sinne des Wortes die Lymphflüssigkeit aus dem Gewebe, insbesondere der Problemstellen. Gleicht einer Massage, nur dass man hier selbst entscheidet, wie sehr man sich auf den "Schmerz" einlassen möchte. Und je härter das Gewebe, desto schmerzbehafteter wird der Vorgang sein! Jedoch lässt sich auch eine rasante Verbesserung feststellen.

IMG_7431    Faszientraining | Michaela Redmann | Persona Training    Faszientraining | Michaela Redmann | Persona Training    Faszientraining | Michaela Redmann | Persona Training    Faszientraining | Michaela Redmann | Persona Training    Faszientraining | Michaela Redmann | Persona Training

Schon nach 1-2 ausgiebigem Ausrollen lässt der Schmerz deutlich nach. Je fleissiger und regelmässiger man also sich den Rollen widmet, desto angenehmer wird es.

Faszientraining | Michaela Redmann | Personal TrainingJe nach Körperpartie gibt es nun die unterschiedlichsten Arten und Formen der Rollen. Von der klassischen grossen Rolle (in verschiedenen Härtegraden schwarz, grün oder orange)¸ über die mit Vibrationseinsatz bis hin zum kleinen, handlichen "Twister" für die punktuelle Behandlung gibt es noch die Mini-Rolle (gut geeignet für Unterarme, Handinnenfläche (Stichpunkt: Karpaltunnel!), Fußsohle und auch Waden), den kleinen (tennisartigen) Ball, den Großen, den kleinen und großen Duo-Ball... undsoweiterundsofort. Hier auf dem Bild seht Ihr mein Waffenarsenal.

Und das ist noch lange nicht alles.

Ein weiterer Teil des Faszientrainings bilden alle federnden Bewegungsabläufe. Dadurch wird das Gewebe auf schonende Weise aktiviert und in Form gehalten. Leichtes Auf- und Abspringen zum Beispiel.

Aktives Dehnen! Aus meiner Sicht absolut nicht mehr wegzudenken aus dem Faszientraining. Einfach und doch so effektiv: Dehnen mit gleichzeitiger Aktivierung der gedehnten Muskulatur. Beispiel: Dehnung des Quadrizeps (vordere Oberschenkelmuskulatur) In der maximalen Dehnung spannt Ihr zusätzlich noch den Oberschenkel an. Was es bringt? Normale Dehnung adressiert nur den Muskel, die zusätzliche Muskelanspannung zieht auch das Fasziengewebe auseinander. Zwei Fliegen mit einer Klappe!

Desweiteren gibt es zahlreiche alternative Heilmethoden, sich und damit seinen Faszien etwas Gutes zu tun: allen voran die klassische Massage und manuelle Therapie. Gut, ist Luxus, aber sollte man sich durchaus hin und wieder mal gönnen. Glaubt mir, auf den Schmerz folgt ein unbeschreibliches Wohlgefühl!

Akupunktur. Schon vor vielen hunderten von Jahren betrieben die alten Chinesen diese Praxis. Schmerzen liegen derer Theorie nach gestörten Meridianen zu Grunde. Durch die Akupunktur werden diese Blockaden wieder gelöst und ins Gleichgewicht gebracht.

Osteopathie / Rolfing
Der gesamte Organismus wird über Fasziengewebe zusammengehalten. Eine veränderte Faszienspannung wirkt sich nicht selten auf die Spannung der Faszien anderer Körperbereiche aus. Somit liegen Schmerzzentrum und -verursacher oft an getrennten Orten, so dass es durchaus Sinn machen kann, einen Spezialisten heranzuziehen, sollten die Beschwerden auch durch o.g. Behandlungen nicht verschwinden. Aufgrund der ganzheitlichen Betrachtung des Körpers ist hier ein Osteopath oder Rolfing-Spezialist eine weitaus bessere Adresse als der klassische Orthopäde.
Mehr zum Thema Rolfing https://de.wikipedia.org/wiki/Rolfing
Mehr zum Thema Osteopathie https://www.zentrum-der-gesundheit.de/osteopathie.html

Pilates + Yoga
Eine nicht umsonst sehr beliebte Art des „sich-in-Form-Haltens“. Alle Übungen basieren auf gleichzeitiger Anspannung und Dehnung. Schlanke und lockere Muskulatur und Faszien sind der Dank und damit entsprechende Beweglichkeit und geschmeidige Bewegungsabläufe.

Training von innen - Entsäuerung!
Auch durch angepasste Ernährung kann ein optimales Milieu im Fasziengewebe geschaffen werden. Entsäuerung ist hier das Stichwort. Eine basische Umgebung trägt zur bestmöglichen Regeneration bei, überschüssige Säuren werden ausgeschieden. Auch mit naturbelassenen Nahrungsergänzungsmitteln wie zum Beispiel hochwertige Mineralstoffe, basische Säfte (allen voran Gerstengrassaft!!) oder auch Bitterstoffe helfen ganz wunderbar! Lasst Euch am besten im Reformhaus beraten.

Ich denke, jetzt hat jeder von Euch einen ganz umfassenden Überblick über die Bedeutung eines lockeren und geschmeidigen Fasziengewebes. Es lohnt sich AUF JEDEN FALL, etwas dafür zu tun! Euch und Eurer Gesundheit zuliebe!!

Termine zu Workshops dieses faszinierende Thema betreffend und mehr Infos erhaltet Ihr sehr gerne auf direkte Anfrage unter micha@perfectinshape.de oder unter 0170 / 52 80 613.

Bleibt gesund und in Bewegung.

Eure Michi

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